Karpaltunnelsyndrom (CTS)

Das Karpaltunnelsyndrom wird durch eine Kompression des N. medianus im Handgelenk verursacht. Der N.medianus verläuft zwischen Handwurzelknochen und dem Ligamentum carpi transversum im sog. Karpaltunnel. Der Raum wird aus verschiedensten Ursachen zu eng:

  • Durch Überlastung bedingte Schwellung und entzündliche Prozesse (z.B. Sehnenscheidenentzündung, Ganglion),
  • traumatische, posttraumatische oder degenerative Veränderungen am Knochen (z.B. Arthrose),
  • anatomische Besonderheiten,
  • akut oder chronisch entzündliche Prozesse (z.B. rheumatisch oder bakteriell),
  • endokrine und hormonelle Umstellungen,
  • posttraumatische Folgeerscheinungen (z.B. Narbenbildung, Hämatom, Ödem),
  • Systemerkrankungen, vaskulär bedingte Faktoren, Stoffwechselstörungen.
N. medianus

Symptome:

  • Schmerzen im Daumen, Zeige- und Mittelfinger
  • Armschmerz, v.a. nachts
  • Missempfindungen (Einschlafen, Ameisenlaufen, Kribbeln, Taubheit) im Daumen, Zeige- und Mittelfinger, ausstrahlend in den Arm
  • Muskelschwund im Bereich des Daumenballens
  • Schwäche beim Zupacken, insbesondere im Daumenbereich
  • Minderung des Tastgefühls
  • Morgensteifigkeit
  • Schwellung

Häufig treten die Symptome nachts auf! Das liegt an der Ruhigstellung und am Druck auf den Medianus Nerv durch eine Beugung des Handgelenks oder durch das Liegen auf dem Arm.

Konservative Therapie:

  • Ruhigstellung
  • Schienenversorgung mit einer Nachtlagerungsschiene (6-8 Wochen, HG 0-20 Grad Extension)
  • Manuelle Therapie
  • Triggerpunktbehandlung
  • Detonisierung durch Dehnungs- und Massagetechniken
  • Thermische Anwendungen (Kühlung)
  • Ultraschall
  • Haltungsschulung, Ergonomie, Gelenkschutz
  • Kraftaufbau
  • Medikamentöse Therapie

Operative Nachbehandlung:

Bei einer notwendigen Operation wird das Band, welches den Karpaltunnel auf der Handvorderseite überspannt, durchtrennt. Dadurch entsteht mehr Platz für die Sehnen und den Nerven.

Die postoperative Erholung des Nervs kann einige Wochen oder Monate, bis hin zu 1 Jahr dauern. Sensibilitätsausfälle am Mittelfinger können auch nach der OP länger als Ausfälle in anderen Bereichen bestehen.

1.-14. Tag post-op:

  • Gegebenenfalls Schienenversorgung
  • Wunde trocken und sauber halten
  • Verhindern von Ödemen und Wundheilungsstörungen
  • Entstauende Maßnahmen
  • Abbau der Bewegungsangst
  • Aktive Bewegungsübungen der Fingergelenke ohne Belastung
  • Erarbeiten/Erhalten der Fingerbeweglichkeit
  • Entspannungsübungen der Unterarmmuskulatur

Ab 14. Tag post-op:

  • Fadenzug
  • Sehnengleitübungen
  • Nervengleitübungen
  • Faustschluss sollte möglich sein
  • Narbenbehandlung
  • Sensibilitätstraining
  • Manuelle Therapie
  • Kraftaufbau
  • Haltungsschulung, Ergonomie, Gelenkschutz

Veronika Parzl

Veronika Parzl