Skidaumen

Beim Sturz auf den abgespreizten Daumen kann das ulnare Kollateralband (Innenband Daumengrundgelenk) reißen. Das passiert häufig beim Skifahren – aber auch bei Ball- und Kampfsportarten – wenn der Daumen weg vom Zeigefinger stark überdehnt wird.

Das deutlichste Erkennungszeichen eines Skidaumens ist die Instabilität im Grundgelenk, meistens gehen starke Schmerzen und Schwellung / Bluterguss einher. Ein Zugreifen mit dem Daumen ist nicht mehr möglich.

Man kann folgende Verletzungsgrade beim Skidaumen unterscheiden:

  • Zerrung: Das Seitenband ist überdehnt.
  • Bandriss: Das Band ist in sich teilweise oder vollständig gerissen.
  • Bandabriss: Das Band ist an seiner Ansatzstelle vom Knochen abgerissen.
  • Knöcherner Ausriss: Das Band ist samt seiner Ansatzstelle aus dem Knochen gerissen.

Bei einer Zerrung oder wenn die Bandenden eng beieinander liegen, ist meist keine OP notwendig. Der Daumen wird mit Hilfe einer Schiene oder Bandage für drei bis sechs Wochen ruhiggestellt. Im Anschluss ist eine Handtherapie sinnvoll, um die Bewegungsanbahnung zu beüben und den Daumen zu stabilisieren. Bei starker Schwellung und Schmerzen können entzündungshemmende Schmerzmittel unterstützend helfen.

Operative Maßnahmen sind bei schwereren Verletzungsgraden notwendig. Der Kapsel-Band-Apparat wird genäht, knöcherne Strukturen werden verankert.

Ziele der handtherapeutischen Nachbehandlung sind:

  • Ödemreduktion,
  • Schmerzlinderung,
  • Narbenbehandlung,
  • Bewegungsherstellung
  • Kraftaufbau.

Veronika Parzl

Veronika Parzl